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Einfachheit.
Und Struktur.

Eins unserer Lieblingsthemen: Einfachheit und Struktur.

Einfachheit versucht, in einem gegebenen Feld mit so wenigen Elementen auszukommen wie möglich. Und Struktur versucht, die verbliebenen Elemente in Beziehung zueinander zu setzen. Struktur fragt: Was haben die Elemente miteinander zu tun?

Wieso aber beides, Einfachheit und Struktur?

Einfaches ohne Struktur kommt nicht aus sich heraus in Aktion. Es braucht die Struktur: Damit klar wird, was womit in Beziehung steht, was womit kooperiert, was zuerst kommt, was danach.

Und Struktur hilft nicht weiter, wenn sie versucht, Kompliziertes zu strukturieren — also das Nicht-Einfache, das aus zu vielen Elementen besteht.

Wirklich »actionable« – und »manageable« – werden die Dinge erst durch diese Kombination, durch Einfachheit und Struktur.

Einfaches.

Komplexes.

Kompliziertes.

Was ist eigentlich der Unterschied?

Einfaches ist einfach, weil es aus wenigen Elementen besteht.

Einfach gesagt: Einfaches ist einfach, weil es aus wenigen Elementen besteht. Komplexes besteht aus einer (möglichst) geringen Menge an Regeln, die für die Elemente gelten sollen.

Komplexes kann aber durchaus aus vielen Elementen bestehen. Solange die Elemente und ihre Beziehungen zueinander definiert sind, bleibt auch das Komplexe gestaltbar und steuerbar.

Kompliziertes dagegen hat von Beidem zu viel: Es hat zu viele Elemente, und es hat zu viele oder sogar gar keine grundlegenden Regeln. Kompliziertes lässt sich deshalb schlecht gestalten. Oder steuern. Oder managen. Eigentlich sogar: Gar nicht.

Eine goldene Regel.

Goldene Regel: Möglichst einfach – aber nicht einfacher.

Eine goldene Regel im Umgang mit Einfachheit lautet – sicher kennen Sie sie: Mache die Dinge so einfach wie möglich – aber nicht einfacher. Manche Systeme sind eben sehr komplex. Es würde keinen Sinn machen, sie »weniger komplex« zu machen: Durch weniger Komplexität würde etwas verloren gehen. Vielleicht sogar die Funktionsfähigkeit des Systems.

Bei der Kompliziertheit ist das anders: Versucht man, Kompliziertheit zu reduzieren – also: zu vereinfachen –, geht nur Überflüssiges verloren. Und Einfachheit wird gewonnen. 

Ein Beispiel.

Schau’n Sie sich mal diese Slides hier an:

Schaut kompliziert aus, ist aber »nur« komplex.

Was Sie auf den Slides sehen, ist ein Übergang vom Komplizierten zum Komplexen. Die Elemente auf Slide 1 sind nicht »manageable« – sie stehen in keinem Zusammenhang. Ihr Verhältnis zueinander, ihre Wirkung aufeinander, ihr Zusammenarbeiten oder Nichtzusammenarbeiten, ihr Kommunizieren oder Nichtkommunizieren lässt sich nicht beeinflussen.

Und auch wenn die letzte, die sechste Abbildung, kompliziert aussieht – was sie zeigt, ist »nur« komplex: Eine definierte Menge an Elementen (in diesem Fall sind es 18) und wenige Regeln, die die Elemente miteinander verbinden. Im Grunde ist es sogar nur eine Regel: Verbinde jeden Punkt des Systems mit jedem anderen Punkt. In der Praxis könnte die Verbindungsregel für eine Form der Zusammenarbeit stehen. Oder für eine Art der Kommunikation.

Ein Anfang, nicht schon der fertige Zielzustand.

Zweckmäßig ist der Zustand, den das sechste Bild zeigt, natürlich noch nicht – viel zu viele Interaktionen entstehen durch das Verbinden jedes Elements mit jedem anderen. Es ist ein Start, nicht schon ein wünschenswerter Zielzustand.

In der Praxis würde es nun darum gehen, die Elemente zu »clustern« und so die Interaktionen zwischen den Elementen sinnvoll zu reduzieren.

Wertvoll ist das Modell trotzdem: Es führt sowohl komplizierte wie überkomplexe Zustände vor Augen – und wird so zum Ausgangspunkt für konsequentes Vereinfachen – und zielgerechtes Verbessern.

Noch Lust auf eine Formel?

Das ist die Formel, die der schönen Netzgrafik von oben zugrunde liegt. Die Formel ist sehr nützlich: Mit ihrer Hilfe läßt sich schnell ausrechnen, wie viele Verbindungen es zwischen einer bestimmten Anzahl von Elementen gibt.

Ein Beispiel: Wenn ich fünf Abteilungen habe – wie viele Verbindungen gibt es zwischen diesen Abteilungen (das hieße: dass jede Abteilung mit jeder anderen Abteilung kooperieren soll)? Wir nehmen also n = 5, und die Rechnung sieht so aus:

5 x (5 – 1) : 2 = 10.

Easy, oder?

n(n-1)/2

Für das im Slide 6 von oben gezeigte Beispiel (mit seinen 18 Elementen) lautet die Rechnung übrigens » 18 x (18 – 1) : 2 = 153 «. 

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